PS a.k.a. Picazzo Stack

Image_002 Aufgewachsen in einem Vorort von Dresden kam PS früh mit Hip Hop in Berührung. Musikalisch geprägt durch seine Eltern, die unter anderem Xavier Naidoo und Nana hörten und seinen Cousin der ihn mit Platten vom Wu-Tang Clan oder 2Pac versorgte kam er schnell auf den Geschmack. Er beschäftigte sich mit allen geschichtlichen Hintergründen der Kultur und verschaffte sich durch u.a. das Austragen von Werbezeitschriften Geld für neue Alben und Mixtapes aus der Szene. Seine erste eigens gekaufte Platte, The Slim Shady LP von Eminem ist bis heute seine Lieblingsscheibe.

Nach ersten Versuchen im Bereich Graffiti (aus diesen Tagen stammt auch sein Alias Picazzo Stack) übte er sich weiter im Rap. Schreiben war nach dem Tod seines Cousins Roger, dem er den Track Nie vergessen widmete ein fester Bestandteil seines Lebens. So versuchte er diese Texte in Reime zu packen und trat damit erstmals 2006 vor seiner Klasse auf. Ein großer Schritt für den zurückhaltenden Jungen, der nur durch seine extrem weiten Hosen und seine schiefen Caps auffiel. Nach dem Abschluss der Mittelschule begann PS in Dresden seine Ausbildung zum Mediengestalter.

Zu Beginn seiner Ausbildung im Jahr 2007 lernte er seinen späteren Rapper-Kollegen Jay Ova (damals noch O-Vlash) kennen, durch dessen Möglichkeiten er das erste Mal Tracks aufnahm. Jay Ova kommt aus einer Kleinstadt in Brandenburg in der er schon erste Mixtapes gemacht hatte. PS erster Rap-Beitrag war auf Jay Ova’s Kämpfen Mixtape. Weitere Features folgten und 2009 veröffentlichte er sein erstes eigenes Mixtape N.E.G.A.T.I.V..  Unter dem Namen Streetfight East waren sie von nun an zusammen mit King Caine und Three Signs in Brandenburg und Sachsen unterwegs und übten sich live bei Bandcontesten oder kleineren Festivals. 2010 brachten PS & Jay Ova ihr gemeinsames Album Neue Ära raus. Auf diesem arbeiteten Sie unter anderem mit dem Frontsänger der Band Leo hört Rauschen. zusammen.

Image_027 Während der Arbeit an Neue Ära sammelten sich etliche Beats von unter anderem Steve M und DJ Swisstune an. So kam eines zum anderen und aus dem Sammelsurium an Beats entstanden erste Songs für das 2011 folgende PS Album Dieser ostdeutsche Junge. Mit dem Titeltrack und dem dazugehörigem Musikvideo feierte er erste kleinere Erfolge und konnte bis heute über 15.000 Zuschauer erreichen.

Mit der Beschaffung eigener Aufnahmetechnik begannen 2011, entstanden aus eigentlichen Testspuren die ersten Aufnahmen für das PS VS 3S Mixtape.  Ein Projekt von PS & Three Signs bestehend aus 25 Tracks, das im August 2012 das Licht der Welt erblicken sollte. Mit der dazugehörigen Releaseparty schafften es PS und Three Signs ihre eigene kleine Hip Hop Jam zu veranstalten. Zu den Live-Gästen zählten die Rapper Jay Ova, Steve M, 3MS, die Sängerin Jane, die Tänzerin Christy O’Neal und DJ Deqo an den Decks.

Schon 2012 standen erste Songskizzen für das erst drei Jahre später erscheinende PS Album Okrilla History. Durch verschiedene produktionstechnische Gründe wurde es zu PS persönlichem Detox. Doch noch vor dessen Veröffentlichung im Dezember 2014 brachte PS sein Mixtape Remember Me raus. Dieses war bestückt mit verworfenen Albumtracks (Sonnenbrille & Baggy), aber auch frischeren Werken (Pure Rap), neuer als die Songs auf dem kommenden Album selbst.

Image_024 Seit dem Jahr 2014 engagiert er sich für verschiedene soziale Projekte. Darunter die Öffne deine Augen Single von Jay Ova, deren Einnahmen an die Kinderhilfe Cottbus gespendet werden. Aber auch als sich in den letzten Jahren das Bild in und um Dresden als weltoffenes Elbflorenz veränderte, war klar, dass er seine Leidenschaft zum Rap nutzen wollte, um Wort zu ergreifen für diese stets offenherzige Stadt.

PS wusste, dass er nicht der einzige ist, der in seinem Genre ähnlich denkt. Als er auf den Aufruf von  Keemi Kaze aufmerksam wird, ist er sofort Feuer und Flamme. Im September 2015 wurde dann das Projekt Kollektiv44 durch verschiedene Künstler aus Dresden ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen Künstlerbund der gemeinsam ein Zeichen für Offenheit, Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz setzen will. Das erste Ergebnis des Kollektives ist der Song So leicht, in dem die Problematik der Vorurteile und Meinungsmache gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen und Herkunftsländern beleuchtet wird.

Seit mehr als 10 Jahren drückt PS nun schon sein Denken und Empfinden auf Beats aus. Das Resultat dessen präsentiert er auf seiner aktuellen EP Keine Kunst, die ab dem 30.09.2016 in allen Online-Stores erhältlich ist. Auf dieser arbeitete er unter anderem mit dem Rapper EsEmEf und dem Sänger Rany zusammen. Mit letzterem veröffentlichte er jetzt ein Video zur Live Version des gemeinsamen Songs Seifenoper.